Rezensionen

 

Peter Joachim Lapp: Die zweite Chance. Wehrmachtsoffiziere im Dienste Ulbrichts, Aachen 2010

Dem Autor gelang neben der Darstellung der Lebensläufe einiger prominenter "Ehemaliger" auch die Beleuchtung der dahinter stehenden Motive... Die Mehrzahl der "Ehemaligen" sah und nutzte die Rückkehr als Möglichkeit, dem schweren Los der Kriegsgefangenschaft zu entkommen. Viele waren dem DDR-System dankbar für die Chance, eine unangenehme Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu zu beginnen.
Österreichische Militärische Zeitschrift (ÖMZ)

Jedes diktatorische Regime braucht leider solche Menschen, deren Verhalten letztlich nachvollziehbar ist, ergriffen sie doch nach der Erniedrigung der Gefangenschaft in der Sowjetunion ihre zweite Chance - und wurden damit wiederum Werkzeug eines verabscheuungswürdigen Systems. Die Lektüre ist abschreckend.
Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ)

Mit ihren DDR-Biographien von Wehrmachtsoffizieren bietet Lapps Studie bemerkenswerte Einblicke in die Anfänge der ostdeutschen Militärgeschichte.
Frankfurter Rundschau

Peter Joachim Lapp kann sich in seinen biographischen Skizzen von prominenten Wehrmachtsoffizieren im Dienste des SED-Regimes zwar auf bereits Bekanntes stützen, doch er verknüpft es mit neuen Erkenntnissen...
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Anhand geheimer DDR-Unterlagen stellt Lapp den Weg von Wehrmachtsoffizieren nach Kriegsende unter Ostberliner Regie dar. Angesichts der deutschen Kapitulation waren viele dieser "Ehemaligen" anfällig für eine neue "Weltanschauung" geworden und glaubten nunmehr an die Überlegenheit des Sowjetsystems und damit auf der "richtigen" Seite zu stehen.
Rheinischer Merkur

Lapp greift...auf die kurzatmigen Argumente des konservativen Zeitgeistes und die häufig praktzierte Methode der Schuldverschiebung zurück, was ihm den Blick für die eigentliche Innovation seiner eigenen Recherche versperrt.
Junge Welt

Das Buch ist ein Muss für alle, die sich mit deutscher Nachkriegsgeschichte auseinander setzen.
Schweizer Soldat

So ergeben sich völlig neue Einblicke, werden Hintergründe aufgedeckt und Zusammenhänge in neues Licht gerückt. Und weil der Autor ein erfahrener Journalist ist, konnte er aus dem ganzen Material etwas machen, das sich wie ein spannender Tatsachenroman liest. So entstand obendrein auch ein guter Beitrag zum besseren Verständnis der Irrungen und Wirrungen der Geschichte der Bundesrepublik und der der DDR.
loyal

 

Peter Joachim Lapp: Schüler in Uniform - Die Kadetten der Nationalen Volksarmee, Aachen 2009

Der Leser wird sich zunächst einmal die Augen reiben und nochmals nachlesen: Kadettenanstalten in der DDR? War das möglich? Galten die alten preußischen und bayerischen Kadettenanstalten den Kommunisten nicht als grauenhafte Orte der Reaktion und des Militarismus? Und doch gab es eine Kadettenschule im Nachkriegsmitteldeutschland, wenn auch nur für die Dauer von fünf Jahren. In Standardwerken der DDR-Militärliteratur wird sie - wenn überhaupt - nur kurz erwähnt. Der Autor ... begab sich auf eine spannende und nicht einfache Spurensuche...
Das Buch ist eine streckenweise unterhaltsame Chronik einer militärischen Fehlplanung.
Deutsche Militärzeitschrift

Der Autor hat ehemalige Kadetten und Lehroffiziere als Zeitzeugen befragt, die eher karge Literatur ausgewertet und die reichlich vorhandenen Befehle, Lehrprogramme, Dienstpläne und Erfahrungsberichte anschaulich dargestellt. Zahlreiche Fotos von Schulalltag und Dokumenten machen aus dem erzählten Stoff fast einen spannenden Bild- und Textband.
Die Bundeswehr

Mit seinem Werk ...betritt der 1941 im westpreußischen Elbing geborene und in der DDR inhaftierte Autor ... wissenschaftliches Neuland. Die kurze Episode der DDR-Kadettenschule Naumburg begann 1956 und endete bereits 1960/61... Neben den teils sehr detaillierten Ausführungen des Verfassers kommen immer wieder Zeitzeugen zu Wort, so dass der Leser sich ein gutes Bild von der 'Kaderschmiede' machen kann.
Junge Freiheit

Die Naumburger Kadettenschule blieb zu DDR-Zeiten ein Tabu und bis zur Veröffentlichung der vorliegenden Studie ein "Weißer Fleck" in der deutschen Militärgeschichtsschreibung.
Neues Deutschland

Lapp gibt einen Einblick in die Geschichte der Kadettenanstalten, schildert die Aufnahmepraxis, personelle Besetzungen und materielle Ausstattungen, den Schulalltag und die Auflösung und Schweigegebote. Dabei beschränkt er sich nicht auf Recherchen in Archiven, sondern erzählt von Lebenswegen ehemaliger Schüler bis in die Gegenwart und lässt einige selbst zu Wort kommen.
Forum Politikunterricht

 

Peter Joachim Lapp: Aus deutscher Teilungszeit. Eine Ost-West-Biografie, Aachen 2009

Lapps Autobiografie lässt den Leser vor der persönlichen Geschichte die letzten Jahrzehnte unseres Landes noch einmal hautnah und in lebendiger Diktion erleben... Im August 1960 verurteilt das Bezirksgericht Gera den Autor zu vier Jahren und sechs Monaten, für ihn werden sie (im Zuchthaus Waldheim) eine äußerst harte "Lebensschule"... 1977 wird er Redakteur des Deutschlandfunks... Voller Freude erlebt der Autor die Wiedervereinigung; er sieht aber auch, dass der 'Veitstanz ums Goldene Kalb' mehr denn je die innere Situation Deutschlands bestimmt. Wird es einen 'Dritten Weg' geben, fragt Peter Joachim Lapp. Sein Buch zwingt in seiner ganzen Breite zum tieferen Nachdenken.
Deutschland Archiv

Das Zusammenleben mit politischen und kriminellen Gefangenen aus allen Schichten vermittelt ihm Einsichten und Erfahrungen, die er in Freiheit nie erlangt hätte. Unterstützung in all den .. Jahren findet er bei den "Politischen"... Als 1961 die Berliner Mauer entsteht und der Westen nichts tut, arrangieren sich die ersten "Politischen" mit dem SED-Regime... Drei Jahre später wird Lapp von Bonn freigekauft... Bald kann er auf einer Hamburger Akademie und dann auf der dortigen Universität studieren, wo er (1974) mit einer Promotion über die DDR-Volkskammer abschließt...
der stacheldraht

 

Jürgen Ritter / Peter Joachim Lapp: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk, 7. Aufl., Berlin 2009

Es ist schwer zu sagen, was an dem Band eindrucksvoller ist: die Ausdrucksfähigkeit der Fotos oder die sprachlichen Feinheiten des Textes.
Hessischer Rundfunk

Dieses Buch stellt mit seinem umfangreichen Bildmaterial, den detaillierten Recherchen und vor allem mit seiner unparteiischen Nachdenklichkeit eine
überzeugende Aufforderung dar, sich ehrlich mit der jüngsten deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und die verbleibenden Zeugnisse der DDR-
Diktatur zu bewahren.
Das Parlament

Der Photograph Jürgen Ritter und der Journalist Peter Joachim Lapp, beide ausgewiesene Kenner des Grenzsystems der DDR, bemühen sich um
Objektivität. Sie beschönigen nichts und behandeln diesen betrüblichen Aspekt der deutsch-deutschen Geschichte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger.
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft


 

Peter Joachim Lapp: General bei Hitler und Ulbricht. Vincenz Müller – Eine deutsche Karriere, Berlin 2003

Peter Joachim Lapp hat es geschafft, aus diesem schwierigen Stoff ein äußerst lesbares Buch zu machen. Es ist ihm – manchmal vielleicht etwas zu
detailbesessen – gelungen, die Lebensgeschichte Müllers abgewogen darzustellen und dem Leser nebenbei deutsche (Militär)-Geschichte zu vermitteln.
Süddeutsche Zeitung

Lapp legt mit seinem Buch das erste umfassende Lebensbild Müllers vor. Und es ist gleich ein Standardwerk geworden… Ihm gelingt nicht nur,
Müllers einzigartige ‚deutsche Karriere’ akribisch nachzuzeichnen, sondern er vermittelt zugleich ein sehr lebendiges und plastisches Bild von der
facettenreichen Persönlichkeit Müllers.
Der Tagesspiegel

Einem bizarren Lebenslauf folgte Peter Joachim Lapp… Der erste Chef des Stabes der Nationalen Volksarmee und stellvertretende Verteidigungs-
minister der DDR griff Mitte der 50er Jahre in die deutsch-deutschen Beziehungen ein… Dem Verfasser dieser atemberaubenden Biografie ist
zuzustimmen, dass des NVA-Generals kühne deutschlandpolitische Initiative edlen patriotischen Motiven entsprang.
Neues Deutschland

 

Peter Joachim Lapp: Georg Dertinger: Journalist – Außenminister – Staatsfeind, Freiburg 2005

Dass es neben Konrad Adenauer, der anfangs Bundeskanzler und gleichzeitig Außenminister war, noch einen Georg Dertinger – den ersten
Außenminister der DDR – gab, ist heute so gut wie vergessen. Erstmals liegt nun eine Biographie zu dem bis heute umstrittenen Mann der Ost-CDU vor,
die Auskunft über Leben und Werk gibt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Verdienst der Biographie ist es, herausgearbeitet zu haben, dass Dertinger eine eigene deutschlandpolitische Konzeption verfolgte. So strebte er die Wiederherstellung eines wiedervereinten, neutralen Deutschland an, das die berechtigten Sicherheitsinteressen der Sowjetunion zu berücksichtigen hatte.
Sehepunkte

Der Politiker der (Block-)CDU hielt beharrlich an der Einheit Deutschlands fest… Als man die bisherigen Vorstellungen von einem Gesamtdeutschland
aufgab und stattdessen den Aufbau des Sozialismus in der DDR vorantrieb, stand Dertinger mit seiner Haltung im Wege und verschwand in Bautzen…
Rheinischer Merkur